Die internationale Kampagne für das Verbot von Landminen (ICBL) wurde im Oktober 1992 von einem Bündnis aus sechs Nichtregierungsorganisationen gegründet: Handicap International, Human Rights Watch, Medico International, Mines Advisory Group,
Physicians for Human Rights und Vietnam Veterans of America Foundation. Diese Organisationen haben aus eigener Anschauung die schädlichen Folgen des Einsatzes von Landminen auf die Zivilbevölkerung in Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Lateinamerika erfahren. Von Anfang an brachte die ICBL mit ihren sechs Gründungsmitgliedern eine mannigfaltige Fülle an Expertise und Felderfahrung über die
Folgen des Einsatzes von Landminen auf das Leben und die Existenzgrundlagen der Zivilbevölkerung zusammen.
Die Kampagne ist seitdem zu einem Netzwerk von über 1400 nichtstaatlichen Organisationen angewachsen und umfasst Gruppen, die aus den Bereichen Frauen, Kinder, Veteranen, Kirchen und Religion, Umwelt, Menschenrechte, Rüstungskontrolle, Frieden und Entwicklung stammen. Die Mitglieder arbeiten in über 90 Ländern auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für das Ziel des Verbots und der vollständigen Vernichtung aller Antipersonenminen.
In Anerkennung der Erfolge der Kampagne, ein Verbot von Antipersonenminen herbeizuführen, wurde die ICBL und ihre Koordinatorin Jody Williams 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die ICBL und ihr flexibles Netzwerk von Organisationen setzen sich auch weiterhin für ein internationales Verbot des Einsatzes, der Herstellung, der Lagerung und der Weitergabe von Antipersonenminen und für
erhöhte internationale Hilfsmittel für humanitäre Minenräumung und Minenopferprogramme ein. Die ICBL beobachtet die Minensituation in der Welt mittels eines Netzwerks von Forschern, die den jährlichen Landmine Monitor Report schreiben. Sie initiiert Lobbyaktivitäten mit dem Ziel der vollständigen Umsetzung des Ottawa Abkommens, insbesondere hinsichtlich der Ausrichtung humanitärer Minenräumprogramme an die Bedürfnisse der von Minen betroffenen Gemeinschaften, der Unterstützung von Überlebenden eines Landminenunfalls, der Unterstützung ihrer
Familien und ihrer Gemeinden sowie des Endes der Produktion von Landminen und deren Einsatz und Weitergabe, was auch nicht-staatliche bewaffnete Akteure einschließt. Die ICBL nimmt an den regelmäßigen Treffen des Ottawa-Prozesses teil. Sie fordert die Nicht-Mitgliedsstaaten auf, dem Abkommen beizutreten, und die nicht-staatlichen bewaffneten Akteure, das Verbot von Minen zu respektieren. Sie verurteilt den Einsatz von Minen und fördert das öffentliche Bewusstsein und die Debatte über die Minenproblematik, indem sie Veranstaltungen organisiert und die Medien für das Thema interessiert.
Der ICBL steht eine Steuerungsgruppe bestehend aus sechs Mitgliedsorganisationen und ein Beirat bestehend aus 21 Mitgliedsorganisationen vor. Gegenwärtig beschäftigt die ICBL vier Mitarbeiter in Genf (Hauptbüro), Paris und Rom. Zusätzlich wird die ICBL jedes Jahr von mehreren Praktikant(innen) unterstützt.